Die Marke Uli Hoeneß

Uli Hoeneß

Eines steht außer Frage: Uli Hoeneß hat Großes geleistet. Wie kaum ein anderer gilt er als Aushängeschild der „Mia san mia" Philosophie, denn an Selbstbewusstsein hat es ihm nie gemangelt (auch wenn das 1976 in die Hose bzw. den Himmel ging). Sein strikter Kurs, seine Visionen und das wirtschaftliche Geschick sind untrennbar mit der Entwicklung des FC Bayern München, dem deutschen Fußball und auch dem deutschen Sport im allgemeinen verbunden. Sein eigenwilliger Stil gefällt nicht jedem – muss er aber auch nicht, denn Uli Hoeneß will polarisieren. Von vielen gehasst, aber von seinen Anhängern/Fans um so mehr geliebt. Der Mensch Uli Hoeneß ist selbst zu einer Marke geworden: authentisch, verlässlich und konsistent in seiner Art; eine Lichtgestalt, die wie ein Steve Jobs, das Image des FC Bayern München nachhaltig personifiziert und steuert. Ein Mensch, dem man vertrauen und Respekt zollen möchte. Ein Mensch, der sich kümmert, der fördert, fordert und geben kann. Die Steueraffäre hat gezeigt, dass die Marke Uli Hoeneß nicht das ist, was sie vorgibt zu sein und nach außen so konsequent kommuniziert hat. Fehler machen wir alle, das ist „menschlich", aber hier wird quasi eine ganze Lebensphilosophie ausgehebelt, in dem ein Uli Hoeneß genau das praktiziert, was er selbst öffentlich so vehement verurteilt hat. Es drängt sich das Gefühl auf, dass ein Uli Hoeneß auf großer Bühne zwar gerne gibt, aber im stillen (schweizer) Kämmerlein noch lieber nimmt. Für das Image ist dieser Vorfall vorerst der totale Knockout. Ob als Menschen, Vereine oder Unternehmen sollten wir unseren Prinzipien treu sein – ohne Kompromisse und aufgebautes Vertrauen jederzeit bestätigen können. Auch ein Uli Hoeneß wird das nicht erst während der Gerichtsverhandlung begriffen haben. Wir verfügen über viele Möglichkeiten, um uns mitzuteilen: Optik, Verhalten, Sprache. Doch all das verkommt zu bloßer Maskerade, wenn es nicht wirklich das widerspiegelt, was wir im Kern, in unserer Seele sind. Wer ist dann Uli Hoeneß? Heinz Erhard hätte gesagt: „Das Leben kommt auf alle Fälle aus einer Zelle, doch manchmal endet´s auch – bei Strolchen – in einer solchen."

Abbildung Bratwurst: © Martin Schemm / pixelio.de