Auf BRexit folgt EMexit

EMEXIT

Verblüffend diese Engländer. Nicht einmal eine Woche nach dem BRexit folgt der EMexit. Zahlreiche Satiriker hatten dies schon im Vorfeld als logische Konsequenz gefordert. Das es dann wirklich so gekommen ist, liegt aber sicherlich nicht daran, dass die Engländer einen gezielten Plan verfolgen, sondern vielmehr an der Tatsache, dass man den isländischen Vulkan-Kickern doch erschreckend ideenlos entgegengetreten ist. Erfreulich konsequent zeigt sich Roy Hodgson, der sich nicht erst Gedanken darüber machen will, was da überhaupt passiert ist und wie man damit umgehen soll, sondern lieber gleich seinen Hut nimmt. Pendant Cameron dagegen muss das erst einmal sacken lassen. Dafür benötigt er drei Monate, in denen er eben nicht das tut, wofür er gewählt wurde: auch mal dahin zu gehen, wo es wehtut. Das überlässt er dann lieber seinem Nachfolger. Hier sehen wir durchaus Parallelen zum Fußballspiel, denn ganz anders als die Engländer war sich die kampfstarke Wikingerhorde für keinen Laufweg oder Zweikampf zu schade. Irgendwie scheint Island für die Engländer kein gutes Pflaster zu sein. 2008 verloren sie beim isländischen Bankencrash mehrere Milliarden Euro und jetzt das Achtelfinale. Die Niederländer, die ebenfalls viel Geld verloren hatten, sind lieber gleich zu Hause geblieben. Wir sind gespannt, ob sich nun wenigstens die Waliser solidarisch mit den Engländern zeigen und diese auf dem Weg des EMexit begleiten. Einige Kicker werden sich dann sicherlich fragen, ob sie bei der nächsten EM ein Visum benötigen. Cameron stellt sich derweil bei seinem Therapeuten die Identitätsfrage, was für ein Partner England sein möchte. Worum es dann geht, kann man sicherlich hervorragend mit einem Filmzitat des leider verstorbenen Bud Spencer beantworten: „Aber was ist mit den Kohlen?"