Farblose Dame schlägt bösen Buben?

Trump / Clinton

Oder hat der böse Bube noch einen finalen Trumpf in der Hand? Es geht um nichts weniger als die Wahl der mächtigsten Frau bzw. des mächtigsten Mannes. Aufgrund der berechtigten Zweifel an der Eignungsfähigkeit beider Kandidaten stellt sich die Frage: was bzw. wer ist das geringere Übel? Rein werblich betrachtet ist Trump derjenige, der konsequent polarisiert und auf alles haut, schlägt und tritt, was nicht niet- und nagelfest ist. Das ist eine gute Strategie, um zu zeigen, ich bin wie ich bin, ob es Euch gefällt oder nicht. Das Thema Einzigartigkeit kommt hier unmissverständlich zum Ausdruck. Wenn ihr mich wählt, wisst ihr, was ihr bekommt. Viele Amerikaner lieben ihn umso mehr, wie ihn andere wiederum hassen. Wenn es nicht um das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten gehen würde, hätte er sicherlich vieles richtig gemacht, um sich eindeutig zu positionieren. Doch hier geht es um den größten „Melting Pot" und die Kunst, Anhänger über alle gesellschaftlichen, relgiösen und ethnischen Bereiche hinweg zu generieren. Das gelingt der farblosen Dame offensichtlich besser und im Ganzen wird sie wohl als das geringere Sicherheitsrisiko eingestuft. Darüber hinaus erscheint sie erfahrener auf der politischen Bühne, respektvoller und besser vorzeigbar. Dagegen versinken viele Amerikaner schon jetzt vor Scham im Boden, wenn sie von Mitbürgern anderer Nationen auf Trump angesprochen werden. Nur; ist das genug für die USA? Die eher emotionslose Hillary ist weit davon entfernt, zu begeistern und im Gegensatz zu Trump vielleicht sogar noch unberechenbarer? Mit vielen Fehltritten im Verborgenen und Verschleierungstaktiken ist auch Frau Clinton kein Kind von Traurigkeit. Niemand mag sie so wirklich, aber die meisten können sich mit ihr arrangieren – vielleicht auch, weil sie eine Frau ist und sie die erste weibliche Präsidentin der USA werden könnte. Charakterstärke und Profil sehen allerdings anders aus. Man mag beispielsweise über Obama sagen, was man will, zumindest wirkte er immer cool, lässig und verdammt charmant. Manchmal reicht das einfach.